Parte IX: El tiempo volando~ Die Zeit, die fliegt

Liebe Familie, Freunde und Bekannte,

Liebe Sponsorinnen und Sponsoren,

Liebe Interessierte,

 

Mal wieder ist fast ein ganzer Monat wie im Fluge vergangen- der letzte Arbeitsmonat hier am San-José. In den letzten Wochen habe ich alles bewusster wahrgenommen- die Selbstverständlichkeit, mit der mich meine Kollegen*innen auf dem Schulhof begrüßen, die Freude der Kinder über jede Englischsstunde, die kleinen Veränderungen, wie zum Beispiel Plakate von Gruppenarbeiten an den Wänden. Das alles werde ich sehr vermissen, aber gleichzeitig bin ich zufrieden mit dem, was ich erreicht habe und auch froh, jetzt bald mal nur Reisen zu können, ohne viele Verpflichtungen zu haben.

Jetzt aber genug von der Wehmut- ich will euch jetzt noch einen Einblick in meine letzten Wochen geben, die wieder voll von Reisen und lachenden Kindern waren.

Der Juni begann mit einem langen Wochenende, das ich erstmal nutzte, um an die Küste zu fahren. Diesmal reiste ich wieder allein- was ich wirklich für mich entdeckt habe- und landete schließlich ungeplant in Canoa. Mit einer Gruppe von neuen Freunden verbrachte ich den letzten Tag, an dem wir auf die Finca Verde (grüne Farm) fuhren. Das ist ein Projekt, wo im Moment eine Öko-Lodge konstruiert wird, wo plátanos (Kochbananen), Yuka (Maniok) und noch einiges andere angebaut wird. So entspannten wir in den Sonnenstrahlen des Nachmittags in den Hängematten, aßen Chifles (Kochbananenchips) mit Käse und genossen den Ausblick auf die grünen Hügel und Wälder, die die Landschaft an der Küste bietet.

Das Wochenende darauf kam mein langersehnter Besuch aus Chile in Baños an- Lea, eine langjährige Freundin, mit der ich auch Abi gemacht habe. Für eine Woche kam sie nach Ecuador- und so verbrachten wir eine wunderbare Zeit in Baños, und später in Tena, wo ich sie sogar für eine Unterrichtsstunde mit in meine 3. Klasse nahm. Danke für die tolle Zeit, Lea!

Auch in der Escuela gab es, wie jeden Monat mindestens einmal, ein Event das mit einem Fest und Unterrichtsausfall gefeiert wurde. Der Día del Niño (Kindertag) hat mir wirklich gut gefallen- weil es nicht, wie meiner Meinung nach oft sonst- um Formalitäten und leere Phrasen ging, die gebrüllt wurden (Qué viva la familia!- Ein Hoch auf die Familie!; am Familientag zum Beispiel), sondern um die Kinder selbst. Ein Bankinstitut sponserte das Event, und die Kinder durften in eigenen Klamotten statt in Schuluniform kommen, und genossen einen Tag mit Spielen (Eierlaufen, Sackhüpfen, Wettrennen) in der Cancha (offene Turnhalle) und Hüpfburgen.

Ganz anders war das im Colegio, in dem der Día de la Familia (Familientag) kurz später mit einer Fiesta in der Turnhalle zelebriert wurde. Was ich genau mit den „leeren Phrasen“ und den „Formalitäten“ meine, die bei solchen Festen immer dominieren, würde ich gerne in einem anderen Blogeintrag ausführen, den ich noch verfassen werde.

Auch im Unterricht startete ich ein letztes Projekt, das ich zum Abschied aufziehen wollte. Wir sind nun nämlich seit einer Woche in den Sommerferien, die hier im Oriente (Regenwaldgebiet) zwei Monate dauern. In meinen Klassen machte ich Fotos von den Kids- mit Schildern, oder Tafelanschrieben, die in irgendeiner Art die Individualität jedes*r Schülers*in betonen sollten. Dadurch, dass in jeder meiner Klassen viele Kinder sind, und wir auch noch repasos (Wiederholungen) für das finale Englischexamen machen mussten, konnte ich es nicht so realisieren wie geplant. Dennoch habe ich hier die Bildergalerie- nehmt euch gern die Zeit und klickt euch durch!

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Einige Kids aus der 2. Klasse

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Einige Kids aus der 3. Klasse

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Einige Kids aus der 4. Klasse

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Einige Kids aus der 5. Klasse

Letzten Donnerstag, als wir gerade von unserem  Evaluationsseminar in Quito wieder da waren, war in der Escuela Miriams, Linns und mein offizieller Abschied. Es wurde ein buntes Programm auf die Beine gestellt, bei dem einige Klassen Tänze präsentierten (sogar selbst choreografierte!) und eine Schülerin aus meiner fünften Klasse sogar acapella ein Lied für uns drei Mädels sang. Ich war wirklich den Tränen nahe, auch als dann noch alle Kinder herrannten und uns umarmten. In den Tagen davor hieß es schon immer: „Señorita, no se vaya!“- Señorita, geh nicht weg!. Es gab natürlich kein Verständnis dafür, wieso wir wieder zurück nach Deutschland mussten („Porque no se queda aquí? Es muy lindo!“- Wieso bleiben Sie nicht hier? Es ist so schön hier!) und weshalb wir nur so kurz (na ja, 10 Monate) am San José bleiben konnten. Über die gebackenen Plätzchen freuten sich alle sehr, und ich wurde, wider Erwarten, auch sehr reich beschenkt. Viele der Klassenlehrer*innen übergaben mir im Namen der Klassen bunte Geschenktüten, und Alba, eine Sechstklässlerin, brachte Miriram und mir sogar yuca und plátanos (Maniok und Kochbananen) aus ihrem eigenen Garten mit!

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Unsere Schülerinnen und Schüler aus der 1. Klasse vor ihrem Tanz.

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Und die letzten Selfies…

Wenn ich ehrlich bin, war es wirklich herzzerreißend.

Diese Woche verschönerten wir noch die Schule mit einer Mural (Wandbemalung) auf einem der Schulgebäude. So verbrachten José, Mona, Miriam und ich die sonnigen Vormittage pinselnd und Farben-mischend noch in der Schule, die ohne die ganzen Kids plötzlich so fremd schien.

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Mein Plan für den Juli, bis meine Eltern mit meiner Schwester im August anreisen, ist noch nicht ganz fix. Zwar will ich auch noch Zeit in Tena verbringen, jedoch auch noch an die Küste fahren und in einem Hostel für freie Logis arbeiten. Ich bin gespannt, was ich letztendlich machen werde- und was ich euch dann in meinem letzten offiziellen darüber Blogeintrag berichten werde.

Ich hoffe, es geht euch allen gut, und ihr genießt die langen Sommertage und das leckere deutsche Brot (das vermisse ich besonders…). Bei allen, die mich finanziell unterstützen, immer noch meine Blogeinträge lesen und mir durch ihre Mails und Nachrichten immer eine Freude machen, bedanke ich mich sehr!

Alles Liebe zu euch aus dem sonnigen Tena (mit Grüßen von den Mücken),

Eure Rahel

 

 

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2 Kommentare zu „Parte IX: El tiempo volando~ Die Zeit, die fliegt

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  1. Hallo liebe Rahel, es war sehr interessant dich in dieser Zeit zu begleiten. Ich kann mir schon vorstellen, dass du viel gelernt hast. Deine Eindrücke von Equador werden dich ein Leben lang begleiten.Genieße die restliche Zeit mit und ohne Familie. Mit den besten Grüßen an euch alle Armin und Lisa aus Veserde

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    1. Hallo Ihr Lieben,
      Vielen Dank, da freue ich mich sehr drüber! Jetzt werde ich es wirklich genießen, denn vor allem in Tena hab ich jetzt nur noch wenig Zeit.
      Alles Liebe zu euch, und vielen Dank für die tollen Nachrichten, die immer auf meine Blogeinträge folgten!
      Grüße aus Tena,
      Rahel

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