Parte VI- Trabajo y sorpresas

Liebe Familie, Freunde und Bekannte,

Liebe Sponsorinnen und Sponsoren,

Liebe Interessierte,

Nach meinem Weihnachtsurlaub an der Küste und einer schönen Strandparty in Ayampe ging es dann für mich am 1. Januar morgens mit dem Bus zurück nach Tena, um am 2. wieder zur Arbeit anzutreten. Es hat sich eine schöne Routine bei meinem Unterricht eingestellt. Dies hab ich einerseits meinem verbesserten Spanisch zu verdanken, aber auch den 5 Monaten, die ich jetzt schon am San-José Colegio arbeite.

So habe ich einiges eingesehen: durch die großen Klassen (ca. 35-40 Kinder/Klasse) kann man viele Spiele und Lernmethoden einfach nicht umsetzen, weil oft auf zu wenige Disziplin da ist und ein paar Schüler*innen schon ausreichen, um Unruhe reinzubringen. Meine Schüler*innen sind außerdem sehr jung (5-9 Jahre) und so muss ich mich oft daran erinnern, mich auf wenig Stoff zu beschränken. Außerdem müssen Kopien von den Schülern*innen selbst bezahlt werden, wenn ich sie nicht zahle. Auf Dauer ist das sehr teuer, weshalb ich nur zu manchen Stunden und Klassen Kopien mitbringe, wenn ich es für besonders hilfreich halte. Was ich mir außerdem im Gedächtnis halte sind die zwei Monate langen Sommerferien, die Anfang Juli starten. Alles, was nicht sehr oft wiederholt wurde, wird einfach vergessen, wie mir schon berichtet wurde.

All das zusammen genommen, ist mein Vorhaben jetzt, die absoluten Basics zu vermitteln, und zwar so, dass sie im Gedächtnis bleiben. Ich kann leider keine Videos hochladen, aber ich bin immer sehr stolz wenn ich mit meiner dritten Klasse absolute „English-Time“ mache, wo für ein paar Minuten nur Englisch gesprochen wird. Jede*r Schüler*in kann mittlerweile mit mir einen kleinen Dialog führen, mit Begrüßung, Name, Alter und Verabschiedung. In allen Klassen wird Hallo und Tschüss auf Englisch gesagt, und einige Lieder können sie (fast) schon allein singen.

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Mittlerweile verstehe ich mich auch sehr gut mit meinen Kollegen und Kolleginnen, und so kam es dazu dass ich von meinem Freund Moíses zusammen mit ein paar Freunden auf eine Kichwa-Hochzeit in seine Comunidad (Gemeinde, Dorf) eingeladen wurde. Mich hat die Hochzeit und die Zeremonie sehr beeindruckt, und ich wurde ausdrücklich von Moíses, der Trauzeuge bei dem ganzen war, dazu gebeten euch allen davon zu berichten und die Bilder ins Internet zu stellen. Das war wirklich schön, denn so fühlte ich mich nicht wie eine aufdringliche Ausländerin die Fotos macht, sondern wie ein Gast wie jeder andere. Klickt euch einfach wieder durch die Diashow!

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Von den Comunidades  um Tena herum sind viele sehr streng katholisch, deshalb die Trachten mit dem Kreuz darauf. Die Zeremonie wurde auf  Kichwa abgehalten, einschließlich der Musik und allem, was zu Braut und Bräutigam gesagt wurde. Durch die Bilder kann leider nicht die Stimmung transportiert werden, die während der Zeremonie immer wechselte. Während des Tanzes spürte ich eine Nostalgie, die wohl der Sänger mit seinem eingängigen Lied auf Kichwa und der Mann neben ihm mit einer einfachen Trommel erzeugte. Die Braut vergoss viele Tränen, als die Frauen aus ihrem Dorf ihr Ratschläge zusprachen, Wünsche für ihre Ehe. Auch der symbolische Übergang zur Ehefrau, der durch den Wechsel der Kleidung, das Frisieren und Schminken gezeigt wurde, war sehr emotional. Ich bin froh dabei gewesen zu sein, da diese Hochzeit so anders war als die, auf denen ich in Deutschland bis jetzt gewesen bin.

 

Anfang Februar dann ging es nochmal für eine Woche an die Küste mit Mona, diesmal jedoch in das kleine Fischerdorf Mompiche und von dort aus nach Canoa. Dort trafen wir Manal (mein früheres Aupair-Mädchen und große Adoptiv-Schwester) und ihren Freund. Im Januar hatten sie mir einen Überraschungsbesuch in Tena abgestattet, der mich in Tränen ausbrechen ließ, und hatten eine Woche dort verbracht und dem Lehrerzimmer meiner Schule einen neuen Anstrich verpasst.

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Meine zwei Besucher vor dem Lehrerzimmer in der Escuela- mit einem schicken neuen Sport-Emblem!

Zusammen verbrachten wir zu dritt mit Mona in Canoa eine tolle Zeit mit Kochen, Surfen und Strandspaziergängen.

Doch vor allem Mompiche verzauberte mich, mit seinen hippen aber entspannten Bars, der Küsten-Atmosphäre, den Fischerbooten, dem Plankton, das nachts im Wasser grün leuchtet. Die Tage dort vebrachten wir bei Martín auf seinem Campingplatz, besuchten den Playa Negra (schwarzer Strand) und feierten Carnaval tanzend auf der staubigen Straße; zu Salsa-Rhythen und Marimba-Trommeln.

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Barfuß den Staub aufwirbeln!

Meine freie Zeit verbringe ich gerade sehr viel in der academia de baile (Tanzschule), wo unser Freund und Hiphop-Lehrer José uns Choreos beibringt.

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Auf dem Dach der academia de baile (Tanzschule) mit Linn, Miriam, Mona (macht das Bild) und José (Märchenonkel).

So hat sich spontan eine Tanzgruppe gebildet. Zu fünft sind wir Dance-Force-Tena und hatten schon zwei Auftritte, einmal in meiner Schule zu den Schulfesttagen und einmal bei einem Konzert für Abgeordnete aus Quito. Es hat immer sehr viel Spaß gemacht, und das viele Proben hat sich echt gelohnt!

 

Was das Reisen angeht, gibt es hier leider jetzt eine Weile keine Ferien, die kommen erst im Juli. Deshalb habe ich für ein Wochenende nach Ambato aufgemacht, eine wunderschöne Stadt in den Anden auf circa 2600 Metern Höhe. Zu dieser Zeit war sie kein typisches Touristenziel, wenn nicht gerade Fiestas de las Frutas y Flores (Früchte- und Blumenfeste) oder Carnaval sind. Nach nur 4 Stunden Busfahrt war ich freitagabends dort. In einem Hostel einquartiert verbrachte ich ein wunderschönes Wochenende, genoss die freie Zeit und besuchte Museen, Parks, spazierte am Fluss entlang und ging ins cine (Kino), was es in Tena leider nicht gibt. Danke für deine Unterstützung, Judith!

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Wie ihr seht, geht es mir wirklich gut; meine Arbeit macht mir sehr viel Freude, ich entdecke immer wieder neue Seiten Ecuadors und genieße meine Zeit hier in vollen Zügen. Es kommt mir unglaublich vor, dass ich nun schon fast sieben Monate hier bin und ich nur knapp vier Monate arbeite. Das Heimweh ist manchmal mehr, manchmal weniger- aber es gibt hier ja offentsichtlich Vieles, was mich ablenkt.

Ich hoffe, euch geht es allen gut und ihr bekommt nach dem Schnee im März auch endlich mal Frühling- im wunderbaren Ecuador mit dem ewigem Sommer seid ihr immer willkommen!

Alles Liebe aus Tena,

Rahel

 

 

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4 Kommentare zu „Parte VI- Trabajo y sorpresas

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  1. Liebe Rahel, es ist immer wieder sehr interessant und aufschlussreich zulesen wie Du den Kindern versuchst Englisch zu vermitteln. Einfach gut zu sehen wie junge Leute sich für andere Menschen einsetzen. Mach weiter so und genieße die Zeit. Bis bald mit den besten Grüßen aus dem Sauerland Armin und Lisa

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    1. Liebe Lisa, Lieber Armin,

      Vielen Dank, das ist wirklich sehr lieb! Ich freue mich so dass ich meinen Blog so verfolgt und ihr die Einträge gerne lest. Ich muss aber zugeben, dass ich mich nicht selten zu Spielen überreden lasse von meinen Schüler*innen statt sie zum Abschreiben zu zwingen!;)

      Bis bald und alles Liebe,

      Rahel

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