Parte V- Navidad en Tena

Liebe Familie und Freunde,

Liebe Sponsoren und Sponsorinnen,

Liebe Bekannte,

Liebe Interessierte,

Nun sind tatsächlich schon mehr als fünf Monate meines Freiwilligendienstes rum, und Tena fühlt sich mittlerweile wie ein zweites Zuhause an. Da leider wieder sehr viel Zeit vergangen ist seit meinem letzten Beitrag, würde ich gerne chronologisch bei Weihnachten anfangen. Obwohl die Weihnachtszeit, und vielleicht auch der zeitweilige Feiertags-Stress, schon eine Weile vorüber sind, möchte icb doch noch ein bisschen von meinem ecuadorianischen Weihachten berichten.

…Con la familia (Mit meiner Familie)

So ging es am 24. Dezember morgens zusammen mit meiner Familie in die Kirche. Wir kamen etwas verspätet zur Messe (das erinnerte mich dann doch stark an Zuhause!), und gingen danach zusammen zum Mittagessen und Singen zu meiner Gastoma nach Hause. Es ist typisch, dass jedes Jahr eine andere Familie ein Weihnachtsessen ausrichtet. Dazu werden immer mindestens um die 15 bis 20 Leute eingeladen, und es gibt reichlich zu Essen. Typisch ist eine dicke Suppe mit Kartoffeln und etwas Gemüse und Hähnchen, dazu ein Teller mit arróz (Reis), pavo (Truthahn), etwas ensalada (Mix aus gekochtem Gemüse mit Mayo) und papas (Kartoffeln). Diesmal hab es sogar noch Nachtisch, sogenannte Buñuelos oder Huevos Chilenos (Miniberliner) mit Ahornsirup. Danach wurde zusammen gesessen und mit Gitarre gesungen; wr hatten sogar Besuch vom italienischen Prediger Mario, der meine Mitfreiwillige Linn und mich doch tatsächlich dazu brachte, vor allen ‚Stille Nacht‘ zu singen!

Bildergebnis für huevos chilenos ecuador
Buñuelos oder auch Huevos Chilenos: Miniberliner mit Honig.

Heiligabend verbrachte ich dann mit meiner Gastfamilie, und ich fand es eigentlich sehr schön, dass wir keine Gäste waren sondern nur unter uns fünf waren. So spielten wir ‚Mogelmotte‘, aßen ein leckeres Essen aus chuleta (Schweineschnitzel), auch mit arroz, papas und ensalada. Danach wurden neben unserem bunten Plastikbäumchen Geschenke verteilt.

Hier ist es anders als in Deutschland nicht üblich, überhaupt etwas zu schenken beziehungweise mehrere Geschenke zu bekommen. Einerseits ist es einfach nicht Brauch, andererseits mangelt es in ärmeren Familien auch einfach an finanziellen Mitteln.

Für mich war es eine schöne und neue Erfahrung, ’nur‘ ein Geschenk zu bekommen, und zu sehen, dass das bei meinen Gastgeschwistern immer so war. Ich genoss die Gemeinschaft an diesem Abend, und wurde mir bewusst, wie blöd dieser Geschenkewahn in der Weihnachtszeit doch ist.

Am nächsten Tag ging es dann nochmals zu einem gemeinsamen Essen, diesmal bei einem anderen Familienmitglied (ich habe ehrlich gesagt immer noch nicht ganz durchgeblickt, mit wem ich welches Verwandtschaftsverhältnis habe. Deshalb bin ich meinem Gastcousin sehr dankbar, der mich einfach immer ‚prima‚ (Cousine) nennt!), und ich verabschiedete mich von meiner Familie, um mich mit Mona für eine Woche an die Costa (Küste) nach Puerto López aufzumachen.

…en la escuela (in der Schule)

Natürlich wurde der letzte Tag vor den Weihnachtsferien, wie bei jedem festlichen Anlass, mit einer großen Fiesta in der Escuela und separat im Colegio begangen. Fast Klasse hatte etwas vorbereitet, und so gab es ein Programm aus Tanzen, Singen, Weihnachtsgeschichten und sogar einer Rollschuhaufführung. Doch auch im Coliseo (Aula) des Colegios ging voll die Party aus Karaoke, Theater und (Weihnachts-)Tänzen ab, und ich schaute stolz meiner 10. Klasse zu, die ‚Jingle Bell Rock‘ sangen. Die vergangene Woche hatten wir das zusammen einstudiert, wobei ich aus vollem Halse solange mitgeträllert hatte, bis die Aussprache saß.

Hier noch ein paar Eindrücke aus dem Unterricht in der Vorweihnachtszeit, klickt euch einfach durch!

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Als die Schüler der Escuela dann alle schon nach Hause gegangen waren, spielten wir Lehrer und Lehrerinnen alle zusammen ‚Amig@ secreto‚ (Geheime*r Freund*in/Wichteln). Es gab Snacks und Jugo (Saft), und danach begaben wir uns nach draußen um eine Muñec@ (Puppe) zu verbrennen. Hier in Ecuador ist es Brauch, auf ein Zettelchen einen negativen Aspekt zu schreiben, ein blödes Erlebnis oder etwas, das man einfach aus dem Kopf habe möchte. Die Zettel werden dann in einen Karton geworfen und aus weiteren dekorierten Kartons wird ein Muñec@ (Puppe) gebaut. Unser Muñeco brannte wie Zunder nachdem von ein paar Lehrern viel zu viel Benzin darüber gegossen wurde. Nach einem Liedchen trennten sich die Wege dann in die Weihnachtsfeiertage.

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Es war einmal ein Muñeco…

en la Costa (an der Küste)

Wie vorhin schon erwähnt machte ich mich mit Mona nach dem 26. auf an die Küste, nach Puerto López. Über Couchsurfing waren wir auf Miguel gestoßen, bei dem wir eine Woche kostenlos wohnen durften. Er wohnt in dem kleinen Dorf Puerto Rico nur zehn Sekunden vom Strand entfernt!

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Unser Zuhause für ein paar Tage: mit Privatstrand…
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Unser Strand!
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Erste Surfversuche bei Sonnenuntergang
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Mal Zeit für Träumereien…

Hoffentlich geht es euch allen gut und ihr habt das kalte Wetter und den Schnee zu Genüge genossen (ich hab ihn ehrlich gesagt manchmal etwas vermisst..). Bald kommt mein Update zu den letzten zwei Monaten, ihr hört von mir!:)

Alles Liebe zu euch aus dem wie immer warmen Tena,

Rahel

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4 Kommentare zu „Parte V- Navidad en Tena

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  1. Hey Rahel, schöne eindrücke die du da postest. . Die Bilder lassen die Vorfreude auf den Sommer(momentan scheint er Lichtjahre entfernt) bei dir deutlich steigen. Alles gute weiterhin viel Kraft, Papa

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  2. Hey Rahel, wie kommst du darauf dass WIR zu spät zur Kirche kommen????Halte ich für ein Gerücht…..Danke für deinen tollen Beitrag!Ich bin wieder dankbar für meine Schüler!Die bleiben immerhin auf ihren Stühlen sitzen!Gruß von deiner Mama im Wochenende!

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    1. Hey Mama, ein bisschen zu spät…
      Ach du, da muss ich mich wohl vertippt haben! Ich bin sicher das war eine andere fünfköpfige Familie die immer in die Weihnachtsmesse platzte:D
      Und ja, das nennt man wohl open class. Neues Schulmodell, hab ich erfunden.
      Tausend Küsse, Rahel♥

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