Parte IV.1 – La aventura Sumaco

Liebe Sponsoren und Sponsorinnen,

Liebe Familie und Freunde,

Liebe Bekannte,

Liebe Interessierte,

 

Nun ist schon wieder mehr als ein Monat vergangen, und schon ein Viertel meines Freiwilligendienstes ist rum, was mir wirklich unglaublich vorkommt. Ich weiß ich bin sehr spät dran mit meinem Bericht, aber durch mein verlorenes Handy und Computerprobleme ist leider alles ein bisschen komplizierter geworden! Jedenfalls gibt es soviel zu berichten, dass ich dieses Mal alles in zwei Teille packe, damit es nicht zuviel auf einmal wird.

Die Vulkantour

Vor knapp vier Wochen bestieg ich mit Mona und Linn zusammen den Vulkan Sumaco, der auf 3730 m Hoehe liegt.

Am Donnerstag, dem 9. Oktober, ging es los mit dem Bus, zu der etwas hoeher gelegenen Comunidad Pacto Sumaco. Dort registrierten wir uns, bekamen ein unglaublich leckeres Essen aus frittiertem Tilapia (ein typischer Flussfisch) und bezogen dann schnell unsere Betten, da es am naechsten Morgen um 4 Uhr weiterging.

Um halb 5 schaelten wir uns morgens alle aus den Betten, um ein Stueck weiter die Comunidad zum Wayusa Upina zu laufen. Das ist ein Ritual, dass in vielen der Kichwa-Comunidades praktiziert wird. Abends geht man frueh ins Bett, um sich morgens um 4 Uhr zusammen an die Feuerstelle zu setzen und zusammen Wayusa (Getrank aus ausgekochten Wayusa-Blaettern und wahlweise Zucker und Limone) zu trinken. Es geht darum,  gemeinschaftlich zusammenzusitzen, sich seine Traeume zu erzaehlen und Zeit miteinander zu verbringen.

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Der Sumaco in der Frueh- so weit weg und hoch, dass ich mir nie vorgestellt hatte, mal oben zu stehen.
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Linn, Mona und Ich vor dem Dschungelpanorama, bereit fuer das große Abenteuer!
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Ein schickes Kaffee-Bild vor diesem Ausblick musste einfach sein…

Gegen halb 8 ging es schließlich los mit der Wanderung zum Refugio II, einer Huette wo wir 2 Naechte verbringen wuerden. Schnell merkten wir, wieso darauf bestanden wurde, dass wir uns Gummistiefel besorgten: der Weg war so matschig, dass man oft fast bis zum Knie einsank, und anders waere das Wandern gar nicht moeglich gewesen. Nach circa eineinhalb Stunden erreichten wir den Dschungel, wo wir auf verwundenen Pfaden immer weiter Richtung Vulkan Sumaco stapften.

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Einer unserer Guides José (links), mit mir, Linn und Mona und unserem neuen Freund Henry gut gelaunt am Posen im Gruenen. Man beachte meine ehemals gelben Gummistiefel!

 

Nach sehr anstrengenden 8 Stunden Wanderung kamen wir schließlich in der Schutzhuette an, und bereiteten nach großer Menge Suppe schon unseren Rucksack fuer den folgenden Tag vor.

Um halb 3 morgens wurden wir aus den Betten geworfen, um nach einem Fruehstuck aus Reis, Fleisch und Nudeln den Aufstieg und Abstieg des Sumaco Vulkans in Angriff zu nehmen.

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Sonnenaufgang ueber dem Dschungel; der Vulkan lag in der anderen Richtung.

Wir kletterten, ruschten aus, schnauften, fluchten und lachten, waehrend wir an diesem Vormittag uber 9 Stunden die matschigen Pfade entlangstapften, die Páramo (Baumgrenze) passierten und schließlich den Kraterrand des Sumaco erklommen. Es war wirklich unglaublich rutschig, nass und schlammig, was den Aufstieg auch sehr schwer macht. Im Nachhinein weiss ich gar nicht, wie ich es geschafft habe, immer weiter zu laufen, aber das Gefuehl schliesslich am Kraterrand im Nebel zu stehen war es irgendwie schon wert!

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Fast angekommen: auf dem Vorkrater und das Ziel in (schlechter) Sicht
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Muede, aber sehr gluecklich auf knapp 3700 Metern Hoehe!
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Der Krater des Vulkans, den man einmal umrunden kann.

Der einzige Haken war nur, dass wir auch am gleichen Tag noch den Abstieg vor uns hatten.

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Abstieg durch den Nebel…

Da wir uns ueber zwei Stunden oben auf dem Krater entspannt, gesonnt und uns einen Sonnenbrand geholt hatten, kamen wir in der Dunkelheit um 7 Uhr in unserer Huette an, wo wir erst einmal verfroren in trockene Klammotten und unsere Schlafsaecke krochen. An diesem Tag waren wir ueber 13 Stunden durch den Schlamm gestapft, hatten ueber 1000 Hoehenmeter gemacht und sogar aus der Ferne einige Affen gesichtet.

Unser grosses Abenteuer endete wieder in der Comunidad Pacto Sumaco, zu der wir Sonntag morgen aufbrachen.

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So viele Farbtoene und Gerausche, dass dieses Bild leider nur ein kleiner Eindruck ist…
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Ein „Matapalo“, ein Baum der von oben nach unten waechst. Einer Kichwa-Legende nach bewohnt ihn ein Kobold, der auf die Seelen junger Frauen aus ist… Ich habe leider keinen gesehen!
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Eins meiner Highlights dieses Wochenende: im Dschungel an Lianen schwingen!

Mit einem leckeren Mittagessen aus Pollo (Haehnchen) und Limonade wurden wir verabschiedet, von unseren tollen Guides und neuen Freunden, und wir tuckerten im Nachmittagslicht zurueck nach Archidona, wo wir noch fuer ein „Nachher-Foto“ posierten.

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Die ganze Sumaco-Truppe mit neuen Freunden und Linn, Mona und mir (unten rechts)

Obwohl die Tour nun schon eine Weile zurueckliegt, wollte ich doch noch ausfuehrlicher darueber berichten. Erstens war es eine unglaubliche Erfahrung, und zweitens auch mit einem kulturellen Austausch mit der Comunidad Pacto Sumaco verbunden. Oben auf dem Krater wurde ein weiteres Ritual von dem Schamanen durchgefuehrt, der auch dabei war, bei dem uns die schlechte Energie verlassen sollte um fit fuer den Rueckweg zu sein. Auch waehrend der Wanderung tauchten wir dank der Guides ein in eine Welt aus alten Legenden und Geschichten, die jahreland weitergegeben wurden.

Fuer mich war es eine sehr wertvolle Erfahrung, bei der neue Freundschaften entstanden und wir alle drei ganz schoen an unsere Grenzen gekommen sind.

Jetzt wuensche ich euch eine schoene Adventszeit, genießt das kalte Wetter, die Plaetzchen und das Feuer im Kamin, denn das sind nur einige Dinge die ich hier sehr vermisse!

 

Vielen Dank fuer euer Interesse und die Unterstuetzung, die es mir moeglich machen hier zu sein. Ihr hoert bald von mir!

Alles Liebe zu euch nach Deutschland aus dem warmen Tena,

Eure Rahel

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7 Kommentare zu „Parte IV.1 – La aventura Sumaco

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  1. Liebe Rahel! Das sieht ja wirklich traumhaft aus!Danke für die regelmäßige „Versorgung“ mit deinen Eindrücken. Ich wünsche Dir auch eine tolle, neue Vorweihnachtszeit!! Liebe Grüße Burkhard

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    1. Lieber Burkhard,
      Mensch vielen Dank, sehr gerne natuerlich, ich freue mich wenn du es so verfolgst! In echt ist es noch viiiel besser 😀
      Ist schon Teil II online, wenn du Zeit und Lust hast kannst du ihn gerne schon lesen;)
      çIch hoffe euch gehts gut, ganz liebe Gruesse!
      Rahel

      Gefällt mir

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