Parte IV.2 – Qué vida!

Liebe Sponsoren und Sponsorinnen,

Liebe Familie und Freunde,

Liebe Bekannte,

Liebe Interessierte,

 

Hier folgt also Teil zwei, mit allem was in den letzten Wochen sonst noch so passiert ist.

Um euch nun einen Einblick in mein nueva vida (neues Leben) zu geben, zwischen Arbeit, Reisen und Freizeit, fange ich einfach mal irgendwo an.

Meine Arbeit

Jetzt nach zweieinhalb Monaten am San-José Colegio habe ich mich schon sehr gut eingelebt. Das Vorbereiten der Stunden fällt mir leichter, da ich viel ausprobiert habe, was funktioniert und was nicht. Zudem habe ich mit fast allen Klassen seit kurzer Zeit auch ein Buch, was mir das Aufgaben Geben etwas erleichtert. Das Buch ist zwar grundsätzlich zu schwer, aber hat doch einiges, was sich gut einbauen lässt.

So baue ich jetzt meine Stunden aus Singen, Tanzen, Malen, Basteln und Schreibaufgaben zusammen, wobei Singen und Tanzen definitiv immer noch am besten ankommen. Nichtsdestotrotz ist es sehr anstrengend, alles unter einen Hut zu bringen. Oft jedem*r einzeln die Aufgabe erklären, jedem*r zu sagen, dass Buch und Stift herausgeholt werden müssen. Auch darf jede*r Schüler*in erst auf Toilette, wenn er/sie mich auf Englisch fragt. Zwar hat das einen unglaublichen Lerneffekt, aber ist sehr viel Arbeit. Es herrscht immer ein ganz schöner Trubel in den Klassenzimmern mit gut 30 Kindern, doch trotzdem gibt es auch produktive Arbeitsphasen, in denen die Kinder sich begeistert an die Aufgabe machen.

Natürlich versuche ich, die Stunden abwechslungsreich mit Aktionen und Projekten zu gestalten, um zum Arbeiten zu motivieren. So bastelte ich beispielsweise mit der 3. und 4. Klasse (8-10 Jahre) eine Finca (Bauernhof) fürs Klassenzimmer, wobei Lieblingstiere gemalt, ausgeschnitten und das passende Wort in Englisch dazu gesucht wurde. Jetzt in der Weihnachtszeit kamen auch die Weihnachtssterne sehr gut an, die zusammen gefaltet wurden. Aber natürlich war mein ‚Jingle Bell Rock‘-Tanz in allen Klassen der Renner, auch wenn Singen und Tanzen gleichzeitig noch etwas geübt werden muss!

Zudem habe ich nun noch zusätzliche Stunden am Colegio (weiterführende Schule ab 14 Jahren) bekommen, in den höheren Klassen, wo die Schüler 15 bis 18 Jahre alt sind. Oft werde ich von Martha, der Klassenlehrerin, gebeten, Grammatikeinheiten vorzubereiten und vorher eine kleine Fragerunde mit den Schülern zu machen. Hier gibt es nur eine Regel: die Fragen müssen auf Englisch sein, sonst darf alles gefragt werden. Klar, dass sich alle Klassen sehr gut amüsierten!

Oft ist es eben ein bisschen holprig, da auf es auf beiden Seiten Verständnisprobleme gibt. Die Aussprache ist für die Schüler sehr schwer, und auch jemanden zu verstehen, der keinen spanischen Akzent hat, ist nicht einfach. Für mich ist es auch kompliziert, Grammatik auf Englisch und Spanisch zu vermitteln, denn bei dem Sprachen-Switchen läuft mein Gehirn auf Hochtouren.

Anders ist es in Stunden in bilingualen Klassen, die mehr Englischunterricht haben. Dort haben die Schüler ein sehr hohes Niveau, sodass richtige Konversationen zustande kommen. Es ist auf jeden Fall schön, auch mit älteren Schülern*innen arbeiten zu können und mehr Englisch zu sprechen, denn in den unteren Klassen der Escuela (Grundschule bis 13 Jahre) sind es oft nur einfache Phrasen, die ich einbaue.

Alles in allem kann man sagen, dass ich mich jetzt richtig wohl fühle und sich ein Arbeitsalltag entwickelt hat. Auch fühle ich mich jetzt willkommener, da ich mich etwas mit den Lehrer*innen angefreundet habe, und Gespräche sich nicht mehr nur um Arbeit drehen.

 

Reisen

Auch im November reisten wir Freiwillige in weitere Städte, oft wegen den Fiestas (Feiertagen), bei denen die Unabhängigkeit gefeiert wurde. So ging es nach

Guayaquil, wo wir zu dritt in Monis Wohnung etwas außerhalb der Stadt übernachten durften. Über Couchsurfing hatten wir Moni kurzfristig gefunden, einer Plattform, mithilfe der man Leute mit einer Couch zum Schlafen überall auf der Welt finden kann. Zusammen gingen wir abends aus, erkundeten tagsüber das Viertel Las Peñas, ein farbenfrohes Hügelviertel, und suchten schnuckelige Cafés aus dem Reiseführer auf.

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Am Pool vor Monis Wohnung- zwar wohnten wir ein ganzes Stueck außerhalb, aber ganz schoen luxurioes…
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Das farbenfrohe Huegelviertel Las Peñas-wunderschoen, aber auf manchen Straßen sehr gefaehrlich fuer Touristen…
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Vor der Skyline der groeßten Stadt Ecuadors
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Abends bei einer Fiesta mit unserer neuen Schwester Moni (links) und unserem neuen Kumpel Toño.

Riobamba, auch eine Stadt im Hochland auf knapp 3000 Metern Höhe. Bei unserer spontanen Wandertour um die Laguna de Colta schnauften Mona und ich ganz schön. Doch der vista hermosa (schöne Ausblick) von oben war defintiv jeden Atemzug wert gewesen.

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Gut gelaunt vor dem Anstieg!

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Abends ging es dann auf auf die riesige Geburtstagsfeier von der Freiwilligen Kathi, die mit Halloween-Deko, 4 anderen Geburtstagskindern und 10 Torten geschmissen wurde. Nach einem letzten Blick auf den wunderschönen Vulkan Chimborazo ging es wieder mit dem Bus zurück ins warme Tena.

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Der hoechste Vulkan Ecuadors mit knapp 6300 Metern Hoehe- fast klare Sicht um 6 Uhr morgens.

Cuenca, die als schönste Stadt Ecuadors gilt. Das kann ich nur bestätigen: wunderschöne Gebäude im Kolonialstil, Künstler-Ateliers und Ausstellungen im Freien, kleine schnuckelige Cafés und malerische Plätze am Fluss Tomebamba, der sich durch die ganze Stadt schlängelt. Dazu liegt die Stadt im Hochland und bietet ein spektakuläres rundum-Panorama. Zusammen mit Mona wohnte ich bei Felipe, einem ecuadorianischen Ex-Freiwilligen, der auch mit weltwärts ein Jahr in Deutschland war. Wir durften die 4 Tage bei ihm auf der Couch schlafen und entdeckten zu mit ihm und zu zweit Cuenca und Umgebung.

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Zusammen mit Mona auf dem Mirador (Aussichtspunkt) mit Blick ueber Cuenca

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Am letzten Abend am Waende bepinseln- mit einem Straßenkuenstler und einigen anderen Freiwilligen belebten wir Cuencas Straßen.

Freizeit

Da ich in letzter Zeit leider immer wieder krank war, und insgesamt schon dreimal mit Grippe im Bett bleiben musste, konnte ich leider nicht so sehr meine sportlichen Hobbies wie Boxen, Bailothérapia (Zumba) und Joggen verfolgen. Trotzdem probierte ich zwischendurch mal das Taekwando-Training hier in Tena aus, das wie alle anderen Sportarten kostenlos ist und ging mit den anderen in ein Hostel zum abendlichen Yoga. Außerdem haben wir hier eine tolle Tanzschule entdeckt, wo wir fuer einen Dollar pro Stunde Unterricht in Kichwa-Taenzen, Salsa, Bachata und Merengue bekommen.

Eine Woche vor dem 15. November begannen hier in meiner Heimat Tena die Fiestas zur Unabhaengigkeit, deren Hoehepunkt der große Umzug auf der Avenida 15 de noviembre war. Gerne wuerde ich ein Video hochladen, aber es gehen leider nur Fotos.

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Einmal besuchten wir auch einen Keramik-Kurs, in dem wir mit Ton vom Flussufer arbeiteten und mit zusammen Pakos Hilfe und Inspiration, unserem Lehrer, kleine Kunstwerke formten.

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Letztens wurde auch eine taller de teatro (Theater-Fortbildung) angeboten, die Nahe des Amazonas-Parks stattfand. Wir bekamen Besuch von dem heimischen Tapir dort und improvisierten eine Szene, was extrem lustig ist wenn man nicht genau versteht worum es geht!

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In meiner Gastfamilie habe ich mich auch gut eingelebt, auch wenn ich oft noch sehr unsicher bin. Teilweise ist das Zusammenleben nämlich etwas WG-mäßig, da man zwar in der Regel dreimal am Tag zusammen ist, aber sonst jeder seinem eigenen Tagesablauf nachgeht. Doch teilweise weiß ich manchmal nicht, ob ich doch noch mehr Kontakt suchen sollte, um mich mehr als Teil der Familie zu fühlen. Generell ist es jedoch so, dass meine Gasteltern viel arbeiten, und ich sie deshalb nur jeweils zum Essen sehe, wenn sie von ihrem Laden nach Hause kommen. Jedenfalls sind sie passionierte Basketball-Spieler, denn gestern beispielsweise spielten wir bis um Mitternacht in der Cancha (Sportplatz).

 

Ihr seht, es geht mir immer noch sehr gut, mit neuem Handz und genuegend Internet-Cafés hier in Tena.

Euch allen eine schöne Adventszeit, genießt das kalte Wetter, die gemütlichen Kaminabende und die Plätzchen, die ich hier echt sehr vermisse.

Vielen Dank für eurer Interesse und eure Unterstützung!

 

Alles Liebe aus Tena,

eure Rahel

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